Roter Mohn

Wenn im Sommer der rote Mohn

Wenn im Sommer der rote Mohn
wieder glüht im gelben Korn,
wenn des Finken süßer Ton
wieder lockt im Hagedorn,
wenn es wieder weit und breit
feierklar und fruchtstill ist,
dann erfüllt sich uns die Zeit,
die mit vollen Massen misst.

Dann verebbt, was uns bedroht,
dann verweht, was uns bedrückt,
über dem Schlangenkopf der Not
ist das Sonnenschwert gezückt.
Glaube nur, es wird geschehn!
Wende nicht den Blick zurück!
Wenn die Sommerwinde wehn,
werden wir in Rosen gehn,
und die Sonne lacht uns Glück!

Otto Bierbaum
(1865-1910)

Vogelliebe

Meistens koloriere ich meine Tuschezeichnungen mit nur einer Farbe. Hier wollte ich es mal mit zwei versuchen, um mehr Leben hinein zu bringen. Also griff ich auf die Komplementärfarben Blau und Orange zurück. Der Gegensatz durch die andere Farbe bringt die jeweils eine zum Strahlen, verstärkt die Wirkung. Wird wohl nicht das letzte Mal sein, dass ich damit experimentiere.

Taube

Ich liebe Vögel, seit ich ein Kind bin. Kein Wunder also, sind sie immer wieder Motiv meiner Zeichnungen. Hier die Taube „Belinda“. Zu ihrem Namen kam sie, weil ihr Käufer mich fragte, wie sie denn hiesse. Der Name Belinda kam mir spontan in den Sinn. Als der Käufer mir sagte, dass dies „strahlend, freundlich, sanft, mild“ heisse, doch aber auch kämpferisch, fand ich, dass der Name wirklich gut passt. Möge sie in ihrem neuen Zuhause Freude bereiten.