Eroberung

Vor einigen Jahren brachte ich mal einen dicken Ast mit nach Hause und legte ihn in den Garten. Was mir – mangels grünem Daumen – sonst nie gelingt, macht die Natur hier eigenmächtig: Neues Grün spriesst. Die Natur hat den Ast quasi erobert.

Brunnen

Der römische Brunnen Aufsteigt der Strahl und fallend giesst Er voll der Marmorschale Rund, Die, sich verschleiernd, überfliesst In einer zweiten Schale Grund; Die zweite gibt, sie wird zu reich, Der dritten wallend ihre Flut, Und jede nimmt und gibt zugleich Und strömt und ruht. (Conrad Ferdinand Meyer)

Apfelbaum

Voll Blüten steht der Apfelbaum, nicht jede wird zur Frucht. Sie schimmern hell wie Rosenschaum, durch Blau und Wolkenflucht. Wie Blüten gehen Gedanken auf, hundert an jedem Tag. Lass blühen! Lass den Dingen ihren Lauf, frag nicht nach dem Ertrag! Es muss auch Spiel und Unschuld sein und Blütenüberfluss. Sonst wär die Welt uns viel…

Wasserbüffelkuh

Die Kuh Auf der saftig günen Wieseweidet ausgerechnet dieseeine Kuh,eine Kuh.Ach ihr Herz ist voller Sehnenund im Auge schimmern Tränenab und zu,ab und zu.Was ihr schmeckt das wiederkautsemit der Schnauze, dann verdautseund macht muh,und macht muh.Träumend und das Maul bewegend,schautse dämlich in die Gegendgrad wie du,grad wie du.   Heinz Erhardt

Die Sonnenblume

Die Sonnenblume Möchte dich begrüßen dieweil sie sich so gern zur Sonne wendet. Nur steht zur Zeit sie noch zurückgewiesen; doch du erscheinst und sie ist gleich vollendet. (Johann Wolfgang von Goethe)