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An der Bushaltestelle

Bushaltestelle

Bei diesem Bild kam mir der Zufall zu Hilfe – wie so oft in der Streetphotography. Zuerst sass nur der Junge auf der Bank. Er wirkte nicht mal wirklich auf den Bus wartend, er war in sich zusammen gesunken und schien in einer anderen, eigenen Welt zu sein. Auf seiner rechten Seite war noch ein blauer Ticketautomat, so dass mein erstes Bild symmetrisch aufgebaut war und durch die Farben wirkte. Mir fehlte noch die Geschichte.

Dann kam die ältere Dame und setze sich auf die äusserste Ecke der Bank. Der Junge hat sich nicht bewegt, sie nicht offensichtlich wahrgenommen. Und nun hatte ich meine Geschichte. Der Text auf dem Plakat beschreibt das Bild, die Farbe des Plakats wiederholt sich in der Tasche der Frau.

Verschiedene Welten prallen aufeinander. Dass es mehrere Welten gibt, sieht man erst beim Zusammenprall. Beide Welten scheinen sich auszuschliessen und doch sind sie hier vereint. Und irgendwann sitzt vielleicht der Junge als alter Mann ganz links auf der Bank und neben ihm sitzt ein neuer Junge.

Parallelwelten

Oerlikon

Eine Alterssiedlung in Oerlikon, Zürich. Es wird immer viel Aufwand bei die Bepflanzung und Gestaltung betrieben. Während in der Architektur klare Formen und Farben vorherrschen, wird mit Bäumen und meist bunten Blumen ein schönes Gegengewicht erreicht. Auch der künstliche Teich ist streng geometrisch, er wird im Sommer aber immer durch Seerosen aufgelockert. Eine kleine Oase im urbanen Oerlikon.

Was mir jetzt –  noch ohne auflockernde Bepflanzung – gefallen hat, ist die klare Spiegelung im Wasser. Kein Wind hat die Oberfläche gestört, so dass sich die Welt quasi verdoppelt hat.

Oerlikon-2

Frühlingsfarben

Frühlingsfarben

Letzte Woche hat es mich gepackt und ich zog los, unseren Garten bunt zu machen. Diese Schönheit ist bei uns eingezogen und musste natürlich gleich fotografiert werden.

(Wer weiss, wie lange sie um mich überlebt, mein grüner Daumen hat sich bislang nicht mit Ruhm bekleckert – ich gebe alles!)

 

 

Hingucker

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Die stärkste Farbe findet ihr Gleichgewicht, aber nur wieder in einer anderen starken Farbe, und nur wer seiner Sache gewiß wäre, wagte sie nebeneinander zu setzen.
Johann Wolfgang von Goethe

Markus Wäger: Affinity Photo

Schritt für Schritt zum perfekten Bild

Bildbearbeitung für Anfänger und Profis

AffinityWenn man, vor allem in Profikreisen, von Bildbearbeitung spricht, denkt man automatisch an Adobes Photoshop. Kaum ein Programm konnte bislang mit dem mächtigen Riesen mithalten, was die Möglichkeiten betrifft. Adobe hat vor kurzem sein System geändert und arbeitet nun mit Cloudlösungen – sprich: Man muss das Programm monatlich mieten, es gibt keine Kaufversion mehr. Damit hat der Anbieter einige Nutzer verärgert. Nun gibt es aber eine gute (und erst noch zahlbare) Alternative: Affinity Photo.

Das Programm kann in praktisch allen Bereichen gut mit Photoshop mithalten. Wer sich mit Photoshop auskannte, wird auch in der Handhabung von Affinity kaum Probleme haben. Um alle Funktionen des leistungsstarken Programms kennenzulernen, gibt es zudem vom Rheinwerkverlag ein Buch zum Programm. Der Autor, Markus Wäger, verspricht, dass er einen Schritt für Schritt zum perfekten Foto führt. Dies macht er in 11 Kapiteln:

  1. Arbeitsbereiche und Grundlagen
  2. Auflösung und Dateiformat
  3. Helligkeits- und Kontrastanpassungen
  4. Farbkorrekturen
  5. Färben und Kolorieren
  6. Schwarzweiss und kreative Looks
  7. Bildbearbeitung für Fotografen
  8. Retusche
  9. Beauty-Retusche
  10. Freisteller und Montagen
  11. Text, Effekt und Automatisierung

Gut verständlich und in nachvollziehbaren Workshops zeigt Markus Wäger anhand von Beispielfotos, den Weg auf, den man bei der Bearbeitung gehen muss, um das gewünschte Resultat zu erhalten. Im Netz findet man zudem die Materialien zum Buch, um mit den gleichen Fotos selber mitmachen zu können.

Das Buch überzeugt zudem durch eine hochwertige Aufmachung, ein schönes und sinnvolles Layout sowie hohe Farbqualität bei den Bildern.

Fazit:
Ein informatives, gut aufgebautes, nachvollziehbares Buch, das für einen guten Einstieg in ein leistungsstarkes Programm in der Bildbearbeitung sorgt. Sehr empfehlenswert.

Der Autor
Markus Wäger ist freier Grafikdesigner in Dornbirn (Vorarlberg, A). Seit 2005 unterrichtet er Photoshop, InDesign, Illustrator, Grafikdesign, Werbung und Fotografie.

Neben seiner Tätigkeit als Referent und Autor betreibt er ein Blog, veröffentlich regelmäßig Screencasts und ist in sozialen Netzwerken aktiv.

Angaben zum Buch:
Gebundene Ausgabe: 329 Seiten
Verlag: Rheinwerk Verlag (27. Februar 2017)
ISBN-Nr: 978-3836245906
Preis: EUR 39.90 / CHF 53
Zu kaufen in Ihrer Buchhandlung vor Ort oder online u.a. bei AMAZON.DE und BOOKS.CH

Link zum Verlag: Rheinwerk Verlag

 

 

Tannzapfen

tannzapfen

„Die wahre Lebensweisheit besteht darin, im Alltäglichen das Wunderbare zu sehen.“ (Pearl S. Buck)

Reduzieren, was ablenkt.
Das Wesentliche entdecken.
Die Strukturen im Detail wahrnehmen.

Ich zog mal wieder mit Hund und Kamera los. Es war ein nebliger Tag, ich wusste aber, dass auf dem Weg am Rand Maiglöckchen gewachsen, die waren mein Ziel. Leider waren sie eher dreckig und umgeben von Zigarettenkippen – zu viel Realität für meine Bildidee.

Auf einer Parkbank gleich daneben sah ich eine Reihe von Tannzapfen, die wohl ein Kind dahin gelegt hatte. Da hatte ich mein Motiv.

Das zarte Grün der Bank, das leicht in einer Unschärfe verschwindet, hebt die klaren Strukturen des Tannzapfens noch besser hervor. Ich habe dann beschlossen, den Tannzapfen nicht ganz abzubilden, um noch mehr Gewicht auf die Strukturen zu legen.

Wieder ein Fotoausflug, der mit einem Glücksgefühl endete.

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