Dirk Bonsma – ein Blick hinter die Kulissen

Kurzbiografie
Dirk Bonsma, geboren 1957, lebt und arbeitet im Kanton Bern.
Er bezeichnet sich als Sachbearbeiter in seiner eigenen Firma, in welcher er diverse Sachen bearbeitet.
Daraus entstehen Poster für Rockkonzerte, CD/LP-Hüllen, Signete, Bücher, allerlei Kunst und vieles vieles mehr.
 
Waren Sie das Kind, das immer und überall  mit Zeichenstiften bewaffnet auftrat?
Zeichenstifte sind spitz und äusserst gefährlich.
Ich hatte sie als Kind immer in meiner Nähe, aber glücklicherweise musste ich sie nie als Waffe einsetzen.

Wie sah Ihr Weg in die Illustration aus?
Es begann mit unbedarftem Vormichhinkritzeln, plötzlich traf mich das Glück, im richtigen Moment am richtigen Ort zu sein.
Offensichtlich hab ich die Zeichen der Zeit gezeichnet, es passte immer irgendwie. Ein Hoch auf die Subkultur, dort hab ich meine Brötchen verdient.
Heute mache ich allerlei Auftragsarbeiten nach Lust und Laune und manchmal sogar Kunst.

Was macht einen guten Illustratoren aus?
Er/Sie sollte nicht um jeden Preis gefallen wollen.
Er/Sie sollte mit viel Fantasie ausgestattet sein.
Er/Sie sollte Geduld, Talent und Freude an der Sache haben.
Ganz wichtig: Mir oder irgendjemand anderem gefällt seine/ihre Arbeit.

Ist Illustration Kunst oder Handwerk?
Kunsthandwerk 

Haben die elektronischen Medien den Beruf schwerer gemacht oder beflügelt?
Die Vorteile nutzen, den Rest ausblenden

Was zeichnet Ihren Stil aus?
Klarer Strich. Viel Schwarz Weiss, wenn Farbe, dann meistens Rot Blau. Für Jederfraumann lesbar, verständlich, manchmal dilettantisch.
Es gibt Leute, die unterstellen mir Humor (dabei hab ich mich selbst noch nie gezeichnet). Wichtig: Ich versuche immer eine Geschichte zu erzählen.

Haben Sie Lieblingsmedien (welche?) oder passen Sie diese immer dem jeweiligen Thema/Auftrag an?
Meine Lieblingsmedien:
Pinsel und Farbe, Fixpensil,  Farbstift (Carand’Ache 999 Blaurot), Kugelschreiber, Radio und Fernsehen, Zeitung (Inspiration).


 Wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus?
Duschen, Zeitung lesen, Kaffee trinken, Zeichnen, Essen, mit Hund spazieren, Zeichnen, manchmal Basteln, Tee trinken, Zeichnen, Essen, Schlafen.
Manchmal mach ich auch einfach eine ausgedehnte Künstlerpause…

Ich hörte mal, der grösste Feind des Künstlers sei nicht mangelndes Talent, sondern die Störung durch andere Menschen. Brauchen Sie zum Arbeiten Stille und Einsamkeit, oder stören Sie andere Menschen nicht?
Wenn ich an einem Auftrag arbeite, bevorzuge ich die Einsamkeit, Stille ist jedoch nicht mein Ding, im Gegenteil, ich liebe Musik zum Zeichnen und wenn ich weiss, wohin die Reise geht , kann ich sehr wohl unter Leuten kreativ sein.
 
Können Sie Ihren Weg von der ersten Idee bis hin zur fertigen Illustration beschreiben?
Am Anfang ist der Auftrag (den geb ich mir manchmal auch selbst), dann die Idee und später folgt der Weg zum Ziel, das sich meistens an einem anderen Ort befindet.

Wenn sie an Ihre vergangenen Arbeiten denken: Gibt es ein Projekt, das Sie als Ihr Lieblingsprojekt bezeichnen würden? Wenn ja: Welches, und wieso?
Schwer zu sagen… Im Idealfall ist es das Projekt, an dem ich gerade arbeite. Zur Zeit male ich an einem Plakat für eine Ausstellung zum Thema „Kochen“.

Welches Projekt würden Sie einem Leser gerne vorstellen?
Ich habe vor einiger Zeit ein Schaltjahr lang jeden Tag einen Linolstempel geschnitten. Daraus entstanden 200 Künstlerbüchlein, jedes ein Unikat. Andrea Nyffeler, eine befreundete Künstlerin , schrieb 160 wunderbare Haikus, die ich mit meinem Stempelfundus nach Gutdünken illustrierte. Das Projekt lief unter dem Titel „Schillernder Schinken“.

Wie ist das Klima zwischen Illustratoren? Ist jeder ein potentieller Konkurrent, den man meidet, oder ein Kollege im selben Arbeitsumfeld, mit dem man netzwerkt?
Ich bin ehrlich gesagt ein mittelmässiger Netzwerker. Die wenigen, die ich kenne in diesem gigantischen Illustratorenuniversum, treffe ich immer wieder gerne, wir respektieren uns gegenseitig sehr.

Was raten Sie jemanden, der Illustrator werden will?
Probier es doch einfach aus, vielleicht wirst du entdeckt und sogar berühmt. Sei brav und fleissig, erfinde dich.

Welchen Illustrator oder Künstler soll ich hier noch vorstellen?
„Saul Steinberg“, kommt mir da gerade in den Sinn.

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