Leichtigkeit

Leichtigkeit – ein Thema, das mich in all meinen Lebensjahren immer wieder beschäftigte, weil sie fehlte. Ich war immer eher auf der rationalen Seite, weil ich dachte, da Halt zu haben, da auch Fähigkeiten zu haben (die ich durchaus hatte/habe). Ich machte Pläne, verfolgte Ziele, arbeitete ehrgeizig und immer mit einem perfektionistischen Hang – dem ich natürlich nie genügte, denn: Wer oder was wäre schon perfekt? So ging ich durch die Schule, durchs Studium, doktorierte – und irgendwie fehlte immer etwas. Als ich dann zum Yoga fand, sah ich mich am Ziel: Das war es. Endlich konnte ich den Geist ausschalten, konnte erkunden durch Erfahren, nicht durch rationales Planen. Leider hatte ich auch da die Rechnung ohne meinen Perfektionismus und Geist gemacht: Der Ehrgeiz war ungebrochen, die Stellungen wollten gemeistert werden, ich wollte wachsen, gut sein. Während ich mit meinen Schülern und auch in der Philosophie sehr yogisch war, kam ich mir selber immer wieder selber in den Weg. 

Irgendwann fand ich dann zurück zur Kunst – meiner ersten Liebe im Leben, die mir aber erfolgreich ausgetrieben worden war in jungen Jahren. Auch da verfolgte ich zuerst einen sehr akkuraten, zeichnerischen, genauen Stil. Es machte Freude, aber ich war noch immer gefangen. Bis ich loslassen konnte. Das wohl erste Mal wirklich. Und probieren. Und Wege gehen. Und auch mal scheitern. Mit Freude, weil mehr Neugier geweckt wurde. Und nun endlich merke: Hier gehöre ich hin, hier will ich sein. Yoga ist noch immer Teil meines Lebens, nun aber wirklich zum Eintauchen, nun aber wirklich, um zu erleben, zu mir zu kommen. Einfach, weil ich endlich in MEINEM Leben ankam. So hat sich dann das eine zum anderen gefügt. Und das fühlt sich gut an. 

3 Kommentare zu „Leichtigkeit

  1. Hallo Sandra,

    ein ganz toller Beitrag und ganz tolle Bilder, denen man wirklich ansehen kann, dass du loslassen kannst.

    Diese Fähigkeit fehlt mir auch häufig noch. Im Kunstkurs sagt meine Lehrerim auch ganz häufig, dass ich nicht immer soviel nach denken soll. Und auch mein tägliches Malen und Zeichnen wird zum größten Teil vom Nachdenken sabotiert. Einfach mal machen gibt es nur selten bei mir.

    Hast du Tipps fürs aktive Loslassen in der Kunst? Ich glaube das ist ein Thema, was viele angehende Kreative beschäftigt.

    Viele Grüße Moony

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Moony, schwer zu sagen, was hilft. Ich habe angefangen, diese kleinen Viererserien zu machen. Da ist weniger Druck als bei einer grossen Leinwand. Manchmal gelingen alle, manchmal eines, es ist schnell gemacht, insofern hat man nicht so den Druck, dass nach langer Zeit was entstanden sein muss, sondern könnte auch bald neu beginnen – und gerade so kommen oft die schönsten Ergebnisse heraus.

      Und immer wieder sage ich mir auch: Auch Picasso malte nicht jeden Tag einen Meister-Picasso…

      Liebe Grüsse
      Sandra

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