Rezension: Volkmar Essers: Matisse

Der Maler, der das Licht in den Farben suchte

„Ich bemühe mich darum, eine Kunst zu schaffen, die für jeden Betrachter verständlich ist.“

Henri Matisse war ein ehrgeiziger und fleissiger Künstler. Zeit seines Lebens und Schaffens malte und zeichnete er von morgens bis abends – über 50 Jahre lang. Keine Krankheit, kein äusserer Umstand konnte ihn in seiner Schaffenskraft behindern, er ordnete seiner Kunst alles andere unter.

Auch Zeit seines Lebens war er begeistert von Farben Licht und Raum. Aus dieser Begeisterung heraus entwickelte er sein Werk – kontinuierlich und immer auf Harmonie im Bild bedacht.

„Ich strebe nach einer Kunst des Gleichgewichts, der Reinheit…“

Auf seinem Weg liess er sich von vielen Künstlern inspirieren, kopierte diese allerdings nie, sondern nahm von ihnen nur, was seinem Kunstverständnis und seiner Suche nach Licht und der dieses darstellenden Farbe dienlich war. Damit ging Matisse neue Wege.

„Ein junger Maler, der sich vom Einfluss der vorangegangenen Generation nicht befreien kann, schaufelt sich selbst sein Grab.“

Mit seinen heftigen Farben, die seine Kunst prägten und für die er auch steht, verstörte er allerdings sein zeitgenössisches Publikum anfänglich. Als er 1905 im Pariser Herbstsalon ausstellte, wurde er als „Wilder“ beschimpft. Daraus leitete sich der Name der Fauvisten ab. Sie lehnten Nuancen ab, suchten den Ausdruck der reinen Farbe. Ein Bild malen, hiess für Matisse, es mit der Farbe konstruieren. So legte er Farbfelder nebeneinander, wissend, dass zwei nebeneinanderliegende Farbe eine dritte ergeben für den Betrachter.

„Ein einziger Ton ist nichts als Farbe; zwei Töne sind ein Akkord, sind Leben.“

Volkmar Essers gelingt es im vorliegenden Buch, Henri Matisses Leben und Schaffen, kompetent, tiefgründig und gut lesbar auf den Punkt zu bringen. Er zeichnet dessen Weg vom Anfang bis zum Ende auf, verweist auf einzelne Werke und die darin enthaltenen Stilelemente und Kompositionen. Das Buch ist reich bebildert auf hochwertiges Papier und mit klaren Farben gedruckt. Dass der TASCHEN-Verlag dabei noch auf eine positive Ökobilanz achtet, macht alles noch sympathischer.

Fazit
Das Leben und Werk von Henri Matisse auf kompetente, informative und gut lesbare Weise auf knappem Raum zusammengefasst. Sehr empfehlenswert.

Zum Autor:
Volkmar Essers (geb. 1944) studierte Kunstgeschichte, Archäologie und Germanistik in Bonn, München und Berlin. Im Jahre 1972 promovierte er mit einer Arbeit über den Bildhauer Johann Friedrich Drake. Er war lange Jahre als Kustos an der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen tätig und hat Ausstellungen u.a. zu Paul Klee, Pablo Picasso, Max Ernst und Jackson Pollock organisiert. Essers ist Verfasser zahlreicher Aufsätze und Bücher zur Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts.

Angaben zum Buch:
essersmatisseGebundene Ausgabe: 96 Seiten
Verlag: TASCHEN Verlag (25. Juli 2016)
ISBN: 978-3836528986
Preis: EUR: 9.99 ; CHF 14.90
Zu kaufen in jeder Buchhandlung vor Ort oder online u. a. bei AMAZON.DE und BOOKS.CH

 

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